Gjero Krsteski über die Implementierung von Prozessen in Softwareunternehmen

Gjero Krsteski ist Software-Architekt bei dimedis und für die Konzeptionierung, Realisierung, Prozessoptimierung und Qualitätssicherung der Softwareprodukte zuständig. Nebenbei veröffentlicht er in seinem eigenen Blog seine Erfahrungen und Inspirationen rund um das Thema Softwareentwicklung und -qualität. Von diesem Blog stammt auch der folgende Gastbeitrag rund um das Thema „Prozessoptimierung bei der Softwareentwicklung“. Viel Vergnügen beim Lesen!

 

Prozessoptimierung bei der Softwareentwicklung

In unserem Berufsalltag entwickeln wir Software. Wir erzeugen keinen physischen Gegenstand, sondern verrichten eine Tätigkeit und durchleben dabei einen Prozess, bei dem etwas hergestellt wird. Dabei ist es sehr wichtig, sich auf den Prozess und das Produkt zu konzentrieren. Denn kein Kunde wird sich freuen, wenn sein Produkt nicht genau das leistet, was er erwartet hat oder wenn das Produkt nicht rechtzeitig ausgeliefert wird. Erfreulicherweise haben sich viele kluge Köpfe schon vor langer Zeit Gedanken darüber gemacht, wie man Software mit guter Qualität prozessorientiert herstellt und diese Erkenntnisse in sogenannten Methodologien festgehalten.

Methodologien sind der Schlüssel

Dabei handelt es sich jedoch um Prozesse, die in den 80er-Jahren definiert worden sind und in der heutigen Zeit nicht mehr richtig passen. Diese alten Prozesse werden heute einfach neu aufbereitet und mit diversen Mode-Wörtern wie „agil“ aufgepeppt und den Entwicklungsteams vom Management oder dem Vorstand aufgedrückt. Daher finden diese Methodologien in der Realität oft keine Anwendung. Das lustige daran ist, dass neu angehende Manager aus dem eigentlichen Team diese Prozesse oft einfach übernehmen, ohne sie zu hinterfragen. Und das, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten.

Denn es gibt wesentlich bessere Wege für Teams, gute Software zu entwickeln. In einem Team für Softwareentwicklung arbeitet man für gewöhnlich als Software-Designer, Programmierer oder Tester. Diese Positionen tragen der Regel keine Veranwortung für die Steuerung des Entwicklungsprozesses. Genau da liegt aber der Fehler: Soll ein neuer Entwicklungsprozess im Unternehmen erfolgreich implementiert werden, dann kann das nur durch denjenigen geschehen, der ihn auch anwendet und versteht –  der Programmierer.

Methodologie finden und implementieren

Nun, stellt sich die Frage: Wie übernimmt man die Verantwortung über einen Prozess? Die Antwort: Man findet heraus, welche der Methodologien wie KANBAN, SCRUM, V-Modell, Testgetriebenes-Entwickeln oder sonst was für das Unternehmen passen und implementiert diese anschließend in einen klaren Prozess im Unternehmen. Dafür diskutiert man am besten mit dem Team über die aktuellen Entwicklungsprobleme und die Möglichkeiten, wie diese durch Übernahme eines Standartprozesses zu beseitigen sind. Anschließend stellt man alleine oder besser mit dem Management einen Plan auf, um den gewählten Prozess im Unternehmen einzuführen. Dafür ist es wichtig, dass man von jedem Teammitglied die Bereitschaft zugesichert bekommt, bei der Umsetzung des Konzeptes zu helfen.

Dafür stehen eine Vielzahl an Methodologien zur Verfügung. Trotzdem wird man nie ein Unternehmen vorfinden, das diese vollständig implementiert hat. Und das ist auch vollkommen in Ordnung! Der beste Prozess ist immer der, der das Team am produktivsten macht und die beste Software als Ergebnis hat. Es ist also möglich zwei Prozess-Typen zu finden, zu kombinieren und anschließend zu implementieren. Dabei ist es wichtig, die einzelnen Komponenten auszuwählen, die das Team sinnvoll ergänzen und fortlaufend anhand der Erfahrung zu verfeinern.

Letztendlich kann man kein Produkt herstellen, wenn man den Prozess nicht beherrscht. Kenntnisse über den Software-Entwicklungsprozess sind in diesem Fall nötig. Denn es ist viel einfacher jemanden zu finden, der eine Software erstellen und zum laufen bringen kann, als jemanden zu finden, der den Prozess der Erstellung von Software erfolgreich im Unternehmen implementieren kann.

Im folgenden Video der Serie „dimedis Inside“ kann man mehr über Gjero Krsteski und seine Aufgaben bei dimedis erfahren:

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