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Industrie 4.0 und Digital Signage

Unsere bewährte Reihe Lunch&Learn, in der Themen für alle dimedis-Mitarbeiter bei einem Snack unterhaltsam und lehrreich vorgetragen werden, hat sich letzte Woche dem derzeit heiß diskutierten Thema Industrie 4.0 angenommen. Dr. Winfried Felser, ehemaliger Unternehmensberater und Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft und heute Gründer des Kompetenz-Netzwerks Competence Site, unternahm den Versuch, in nur einer Stunde in das Thema Industrie 4.0 einzuführen, Vorläufer wie CIM (Computer-integrated manufacturing) zu skizzieren und die Chancen für dimedis mit seiner Softwarelösung kompas Digital Signage als Bindeglied zwischen Mensch und Maschine zu beleuchten.

Dr. Winfried Felser bei dimedis

Dr. Winfried Felser bei dimedis

Erklärungsansätze für Industrie 4.0

Dr. Felser stellte zunächst die zwei verschiedene Erklärungsansätze für Industrie 4.0 vor. Der erste geht von einem High-Tech-Paradigma aus und umfasst unter dem Begriff CPS (Cyber-physische Systeme) alles, was man unter autonomen, weitgehend automatisierten Anlagen zusammenfassen kann. Dazu zählen dann neben der Automatisierung auch die Autonomie über Sensoren und die Selbststeuerung mittels künstlich-intelligenter Systeme (AI) und die Kommunikation und Abstimmung von Maschinen untereinander. Hier ist der Mensch in technikzentrierten Zukunftsvisionen nur in einer Nebenrolle relevant.

Lunch&Learn: Reges Interesse

Das zweite Paradigma setzt in der Wertschöpfungs- und Humanzentrierung an und analysiert, wie Kollaboration gemanagt werden kann innerhalb eines automatisierten Settings. Dieser Ansatz stellt den Menschen als Akteur in den Mittelpunkt. In diesem Sinne verstanden ist Industrie 4.0 der Versuch, in einem technologischen Umfeld Komplexität zu managen und den Menschen als Dirigenten zu begreifen, der technologisch „enpowert“ wird.

Dass der humanzentrierte Weg sinnvoll ist, untermauern Untersuchungen wie die Oxford– oder die Gallup-Studie. Zum einen müssen wir Wege finden, um jenseits der Effizienzsteigerung durch Automatisierung auch neue Wertschöpfungspotenziale zu entdecken, wenn wir keine menschenleeren Fabriken wollen. Alles, was automatisiert werden kann, werden Maschinen übernehmen. Der Mensch ist dort in der Industrie der Zukunft unersetzlich, wo es auf Flexibilität, Spontanität, Kreativität und den Umgang mit Chaos ankommt. Hier sind Chancen, z.B. durch eine neue Serviceorientierung der Industrie zu nutzen.

Zum anderen sind dann umso mehr eigenständige und intrinsisch motivierte Mitarbeiter gefragt. Um das humanzentrierte Paradigma erfolgreich umzusetzen, muss daher die User Experience der Mitarbeiter im Umgang mit den Maschinen attraktiv und intuitiv sein. Es geht um die Gestaltung der Mensch-Maschine-Schnittstelle.

Hier kommen Softwarelösungen wie kompas Digital Signage ins Spiel, wenn es etwa darum geht Informationen visuell darzustellen und dynamische Daten wie die Maschinenauslastung oder Engpässe auszulesen und für die Mitarbeiter aufzubereiten.

Gamification als Motivationsmotor

Dr. Winfried Felser sieht in der Integration von Spielemechaniken innerhalb der Fertigung (Gamification) eine Möglichkeit, die Motivation der Mitarbeiter zu steigern und den Zugang zu Prozessen zu erleichtern. Verbindendes Moment ist der Rückgriff auf interaktive Technologien wie Touchmonitore, die über eine Digital Signage Software gesteuert werden.

Industrie 4.0 relevant für den Mittelstand

Dass das Thema relevant ist, zeigen auch Studien zu Industrie 4.0 im Mittelstand, an denen das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logostik (IML) mitgewirkt hat. Sie ergeben, dass die Unternehmen aus dem Mittelstand das Thema mit großem Interesse verfolgen und Potentiale erkennen. Zentrale Themen sind demnach u.a.:

  • Datenerfassung und -visualisierung
  • Assistenzsysteme
  • Serviceorientierung

Nach Dr. Winfried Felser kommt dimedis mit seiner Expertise bei der Datenvisualisierung ins Spiel und bietet mit seinen Lösungen die geeignete Schnittstelle, um die Interaktion zwischen Mensch und Maschinen zu gestalten und Gamification-Elemente zu integrieren.

Hier die gesamte Präsentation von Dr. Winfried Felser:

Industrie 4.0 als Chance für dimedis 21050827

Digital Cologne diskutiert Industrie 4.0

Die Initiative der Kölner IHK mit dem Namen Digital Cologne hat sich der digitalen Transformation verschrieben und am 12. Mai in die heiligen Hallen der Industrie- und Handelskammer zu Köln geladen, um über die vierte nun vollends digitale industrielle Revolution zu sprechen.

Digital Cologne widmet sich dem Thema "Digitalisierung in der Produktion"

Digital Cologne widmet sich dem Thema „Digitalisierung in der Produktion“

Unter dem Motto „Digitalisierung in der Produktion – Aber sicher?! Fragestellungen auf dem Weg zu Industrie 4.0“ gab es einen Impulsvortrag von Dr. Markus Eisenhauer, Leiter User-Centered Computing beim Fraunhofer Institut FIT in St. Augustin bei Bonn sowie zwei Talkrunden zu den Themen „Gratwanderung zwischen Abhängigkeit und Optimierung“ und „Schattenseiten vollständiger Vernetzung“.

Dr. Markus Eisenhauer startete mit einem historischen Rückblick mit der Industrialisierung beginnend und zeigte die Phasen bis zur Industrie 4.0 auf, in der es um die Vernetzung der einzelnen „Akteure“ wie Maschinen, Werkstücke, Menschen und Fabriken innerhalb des Produktionsprozesses geht. Mit praxisnahen Beispielen wie aus der Automobilindustrie und dem Nahverkehr (Metro Barcelona) belegte Eisenhauer das große Effizienzpotential von gut umgesetzter Digitalisierung der Prozesse und den Einsatz intelligenter, vernetzter Sensoren. So konnte dadurch bei der Metro Barcelona bis zu 35 Prozent des Energieverbrauchs gesenkt werden, nur indem man Lüftung, Beleuchtung und Aufzüge intelligenter steuerte.

Im ersten Panel diskutierten der Berater Winfried Felser (NetSkill GmbH), die Ingenieurin Simin Lostar-Schräpfer (Ford-Werke) sowie Klaus Brisch, LL.M., BridgehouseLaw Germany Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Monika Gatzke, Landescluster IKT.NRW und
Fabian Rensch, DEUTA-Werke GmbH über die konkrete Umsetzung in der Fertigung. Wichtig sei es, die Mitarbeiter zu gewinnen, alle intensiv zu schulen und vorzubereiten sowie Fragen rund um den Datenschutz und die Datensicherheit im Vorfeld genau zu klären. Dazu zählen Standardisierungsbemühungen und auch rechtliche Fragen.

Erstes Podium bei der IHK-Veranstaltung zum Thema Industrie 4.0

Erstes Podium bei der IHK-Veranstaltung zum Thema Industrie 4.0

Sicherheit

Das zweite Panel beschäftigte sich mit den Risiken und Herausforderungen, die einer totalen Vernetzung von Maschinen, Werkstücken und Mitarbeitern inne wohnen. Es diskutierten Fred Arnulf Busen, Polytron Kunststofftechnik GmbH & Co. KG, René Erber, Consulting Plus Beratung GmbH, Mark Großer, Detecon International GmbH sowie Andreas Kuck von der Heinen Automation GmbH & Co KG.
Dabei wurde betont, dass ein systematisches Riskmanagement notwendig sei, um ein Sicherheitskonzept zu entwickeln. So stellt der leitende Ingenieur Andreas Kuck vom Automationsspezialisten Heinen fest, dass jetzt schon viele Maschinen im Netz seien, ohne dass die Unternehmen das wüssten und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen in Angriff nähmen.

Gerade im derzeitig heiß diskutierten NSA-Skandal rund um Industriespionage sei es umso wichtiger, die Digitalisierung in der Produktion immer mit einem Sicherheitskonzept zu unterfüttern, so die einhellige Meinung der Diskutanten. Gerade auf das Spannungsverhältnis Mensch-Maschine gelte es das Augenmerk zu lenken.

Digitalisierung – aber wie?

Der Abend war ein guter Einstieg, um für das Thema zu sensibilisieren. In der Umsetzung hin zu Industrie 4.0 sehen wir als dimedis großes Potential für Digital Signage, gerade um die Interaktion zwischen Maschinen und Menschen vor Ort zu vereinfachen. Neben Smartphones, Wearables wie Brillen, sind große Displays gut geeignet, Informationen strukturiert und pointiert darzustellen.

Wir arbeiten derzeit an einer Umsetzung in der Fertigung, bei der Digital Signage genutzt wird, um die Mitarbeiter über Abläufe im Unternehmen und die Auslastung von Maschinen sekundengenau zu informieren. Dazu später mehr in diesem Blog.