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AVID-Konferenz: Die Zukunft von Digital Signage

AVID-Konferenz: Patrick Apolinarski diskutiert mit über die zukünftigen Entwicklungen im Digital Signage Markt

Anfang Februar kamen auf Einladung der LANG AG Hersteller, Softwareanbieter und Systemintegratoren zu den AV Innovation Days (AVID) nach Lindlar zusammen – einige vor Ort, andere virtuell zugeschaltet. Die Teilnehmer informierten sich drei Tage lang auf der hybriden Konferenz über neue Produkte sowie Innovationen im AV-Bereich und diskutierten die Zukunft der Digital Signage Branche.

Roundtable: Zukunft von Digital Signage

dimedis-Geschäftsführer Patrick Apolinarski tauschte sich gemeinsam mit Matthias Hofmann von Scala sowie Stefan Knoke von Umdasch über die Zukunft der Branche aus. Florian Rotberg von invidis moderierte den Roundtable und debattierte mit den Teilnehmern folgende Fragen:

  • „Was hat sich in den letzten 10 Jahren geändert?“
  • „Wie wird die Branche in Zukunft aussehen?“
  • „Kann man als spezialisierter Softwareanbieter weiterhin unabhängig bestehen?“
  • „Welche Rolle spielen Daten?“

Quo Vadis Digital Signage? Customer Experience!

Florian Rotberg betonte im Eingangsstatement, dass sich der Digital Signage Markt in den letzten Jahren dramatisch geändert hat und ein klarer Trend zu integrierten Gesamtanbietern erkennbar ist. Patrick Apolinarski ergänzte, dass Digital Signage heute erwachsen geworden ist und mehr bietet als die reine Content-Darstellung:

„Digital Signage sollte heute die gesamte Customer Journey berücksichtigen: Der relevante Inhalt wird zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und der passenden Zielgruppe angezeigt. Dabei muss eine zeitgemäße Software mehr bieten als händisch gestalteten Content auszuliefern. Heute erwarten Kunden, dass die Software dynamische Inhalte aus Datenbanken nutzt und dass sie durch ein intelligentes Zusammenspiel mit Sensoren und AI-Komponenten ein besseres Kundenerlebnis schafft.“

Matthias Hofmann von Scala bestätigte Patricks Analyse und erinnerte daran, dass es vor 15 Jahren „nur“ darauf ankam, Bildschirme und Player aufzubauen und eine Software zur Verfügung zu stellen, um die Inhalte darzustellen. Heute ist der Prozess komplexer und die Kunden erwarten mehr Intelligenz von der Lösung. Zudem ist den Kunden wichtig, bei den Projekten einen zentralen Ansprechpartner in Form eines Generalunternehmers zu haben. Deshalb müssen Ladengestalter heute auch technische und digitale Lösungen anbieten.

Platz für unabhängige Software-Player?

Auf diese Ausführungen reagierte Florian Rotberg von invidis mit der Frage, ob es überhaupt noch Platz gibt für kleinere und unabhängige Softwareanbieter. Stefan Knoke von Umdasch bejahte dies und kommentierte: „Heute sind Spezialisten wichtiger als jemals zuvor. In der Vergangenheit haben kleinere Unternehmen die gesamte Bandbreite von Digital Signage angeboten. Heute spezialisieren sich diese Unternehmen zunehmend und konzentrieren sich auf ihre Kernstärken. Wegen der komplexer werdenden Digital Signage-Lösungen, ist das Experten-Knowhow umso wichtiger. Dabei müssen die Anbieter das gesamte Kundenerlebnis im Blick behalten. Dazu zählt neben dem digitalen Erlebnis auch die Architektur und die Shopgestaltung.“
Patrick Apolinarski unterstrich diese Aussage von Stefan Knoke:

„Wir als unabhängiger und spezialisierter Softwareanbieter haben durch die aktuellen Entwicklungen die Chance, uns mehr zu fokussieren und Spezialisten für bestimmte Branchen zu werden. Wenn es wie in der Mitarbeiterkommunikation um die hochautomatisierte Informationsdistribution geht, braucht es dieses Expertenwissen. Nur so gelingt es uns, Digital Signage erfolgreich in die Unternehmensprozesse zu integrieren. Daher haben wir unsere Strategie geschärft und fokussieren uns auf die Branchen Smart Retail, Smart Fair und Smart Building.“

Auch in Zukunft bestehen

Lebhaft wurde die Frage diskutiert, welche Fähigkeiten ein Anbieter mitbringen muss, um auch in Zukunft im Digital Signage Markt bestehen zu können. Matthias Hofmann hob hervor, dass es heute den Kunden eher um ganzheitliche Customer Experience Projekte geht als um eine reine Digital Signage-Umsetzung. Zudem müssen Anbieter CRM-Systeme und Programmatic-Tools integrieren.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Systeme in Zukunft offener und flexibler sein müssen. Alle prognostizierten eine Evolution von reinen Content-Management-Lösungen hin zu Digital Experience Plattformen mit Schnittstellen zu anderen Softwarelösungen.

Digital Signage an Use-Cases ausrichten

dimedis-Geschäftsführer Patrick betonte die Herausforderung für den Digital Signage Markt, stärker kundenzentriert zu denken und Lösungen anzubieten, die klar definierte Use-Cases abbilden. Patrick gab als Beispiel die digitale Zutrittskontrolle ViCo an:

„Als Produkt in Zeiten von Corona entstanden, basiert ViCo auf mehreren Kernkompetenzen von dimedis: auf der jahrelangen Erfahrung im Einlass- und Besuchermanagement von Messen, und auf unseren Stärken als Digital Signage Softwareanbieter. Diese Expertise floss zu einer klar definierten Lösung für ein spezifisches Problem zusammen.“

Bei der Produktentwicklung von ViCo, so Apolinarski weiter, war Digital Signage zwar ein elementarer, aber eben nur ein Aspekt des Konzeptes. dimedis kombinierte Digital Signage mit weiteren Komponenten wie Sensoren, Apps und AI-Lösungen, um den analogen Vorgang der Einlasskontrolle mittels eines Türstehers sinnvoll zu digitalisieren.

Use-Case Einlasskontrolle in der Pandemie mit ViCo

Daten sind die Zukunft

Florian Rotberg griff das Thema Daten auf und fragte: „Sind Daten und ihre sinnvolle Nutzung in Zukunft die entscheidende Kompetenz, die Digital Signage Anbieter vorweisen müssen, um am Markt erfolgreich zu sein?“
Matthias Hofmann bestätigte dies und verwies darauf, dass derzeit die meisten Anbieter zwar Daten sammelten, aber wenig damit anfingen. „Dabei muss man als Marktteilnehmer entscheiden, ob man Expertise im eigenen Haus aufbaut oder extern starke und spezialisierte Partner an Bord holt“, kommentierte Hofmann. Auch für Umdasch ist die Nutzung von Daten eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben für die Branche. Da geht es auch um die physische Gestaltung von Shops auf der Grundlage von Datenanalysen.

SoC – Chance oder Risiko?

Gegen Ende des Roundtables wurde die Frage gestellt, ob die Softwarelösungen der Hardwareanbieter (System-on-a-Chip, SoC) für die spezialisierten Digital Signage Softwareanbieter wie dimedis eine Chance oder ein Risiko darstellen. Patrick Apolinarski betonte, dass SoC-Ansätze eine Chance für die Branche sind, auch wenn sie in einfachen Anwendungsszenarien mit den Softwareanbietern konkurrieren:

„Wir bei dimedis sehen uns als Spezialisten mit Lösungen, die viel mehr Anforderungen erfüllen als die SoC-Anbieter. Wir integrieren aber auch SoC-Lösungen wie Tizen in unsere eigene Software.“

Matthias Hofmann bestätigte Patricks Argumente und hob die Chancen hervor. Dank SoC können Kunden einfacher und schneller in Digital Signage einsteigen. Sobald mehr Intelligenz und Funktionalität gefragt sind, kommen die umfangreichen Softwarelösungen zum Zuge. „Außerdem laufen SoC-Lösungen nur auf den Screens eines Herstellers, sodass keine fremde Hardware eingebunden werden kann. Das könnten etwa Bildschirme mit ausgefallenen Formaten oder mit einer bestimmten Helligkeit sein. Da sind Digital Signage Softwarelösungen durch ihre Unabhängigkeit von Hardwareherstellern wesentlich besser aufgestellt.“, ergänzte Hofmann.

Florian Rotberg beendete die kurzweilige und informative Runde mit dem Wunsch, alle Teilnehmer persönlich und live in Barcelona zur ISE begrüßen zu dürfen.

Video-Mitschnitt vom Roundtable „Future of Digital Signage“

Der Roundtable wurde aufgezeichnet und ist hier zu finden (Englisch):

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