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Messewirtschaft: Aussteller und Veranstalter glauben an die Zukunft physischer Events

HANNOVER MESSE DIGITAL DAYS, 14. und 15. Juli 2020

Es steht außer Frage: das Pandemiejahr 2020 war für die gesamte Messebranche weltweit ein herber Rückschlag und eine wirtschaftliche Katastrophe. Das zeigen aktuelle Zahlen des Messe-Weltverbandes ufi im 26. ufi Global Exhibition Barometer sowie Ergebnisse des AUMA, dem Verband der deutschen Messewirtschaft. Wie in anderen Branchen, hat Corona auch in der Messewirtschaft zu einem Digitalisierungsboom geführt. An Konzepten für Messeveranstaltungen in Zeiten der Pandemie und gesetzlicher Hygieneauflagen fehlt es genauso wenig wie an Umsetzungen hybrider und virtueller Messen.

Dennoch sieht die Mehrheit der Aussteller und der Messebetreiber in den digitalen Events keine dauerhafte Alternative. Das zeigen neueste Zahlen aus einer Umfrage des AUMA.

Demnach nutzen zwar knapp ein Fünftel der Unternehmen digitale Events infolge der Messeabsagen, sie wollen aber zurück zu den physischen Veranstaltungen. Für etwa die Hälfte der befragten Firmen sind digitale Elemente eine Erweiterung physischer, „realer“ Messen und immerhin 14 Prozent sehen in digitalen Angeboten keine Alternative zu abgesagten Messen.

Digitale Transformation der Messen

2020 gab es alleine in Deutschland etwa 50 virtuelle oder hybride Events für abgesagte, internationale Messeveranstaltungen. Dem AUMA nach sind die Ergebnisse für die Aussteller eher ernüchternd: nur ein Viertel des sonst gewohnten Nutzens kam dabei zustande. Daher zieht der Messeverband den Schluss, dass digitale Events in erster Linie wichtig seien, um den Kundenkontakt aufrecht zu halten. Die fehlenden Geschäftserfolge zeigten demnach: digitale Messeformate sind kein vollständiger Ersatz physischer Events. Weitere Ergebnisse der Befragung ergeben: den Ausstellern fehlt vor allem der persönliche Kontakt vor Ort und die reale Präsentation von Neuheiten. Dies sei entscheidend, um effizienter neue Kunden zu gewinnen.

Messeabsagen schaden den Unternehmen

Eine andere AUMA-Umfrage vom Oktober 2020 offenbart, welche Bedeutung Messen für Aussteller haben. Unter den Absagen der Messeveranstaltungen leiden nicht nur die Messebetreiber, sondern auch die ausstellenden Unternehmen. Ohne Messen entgehen den Firmen erhebliche Geschäftschancen.

ufi Global Exhibition Barometer: Comeback der physischen Messen vorausgesagt

64 Prozent prognostizieren nach der Pandemie Comeback physischer Messeevents

ufi Global Exhibition Barometer 2021

Die globalen Erhebungen des weltweit größten Messeverbandes ufi bestätigen die AUMA-Zahlen: 64 Prozent aller befragten Unternehmen aus der Branche prognostizieren nach der Pandemie ein deutliches Comeback physischer Messeevents. Der Wert realer Begegnungen von Menschen werde durch die Pandemie besonders deutlich und führt nach Ansicht der Branchenvertreter zu einer raschen Erholung. Dennoch sind 80 Prozent fest überzeugt, dass der digitale Wandel durch die Pandemie verstärkt worden sei und in Zukunft hybride und virtuelle Events weiter wachsen und bestehende physische Events deutlich digitaler werden. Nur drei Prozent der Befragten glauben, dass virtuelle Events physische Veranstaltungen komplett ersetzen werden.

Pandemie-Jahr mit großen wirtschaftlichen Verwerfungen

Neben den Aussichten nach der Pandemie und die Prognosen für die Zukunft, erhebt der ufi Global Exhibition Barometer ein umfassendes Stimmungsbild der weltweiten Messewirtschaft.

Mehr als 450 teilnehmende Unternehmen aus dem Messebereich haben beim mittlerweile 26. ufi Global Exhibition Barometer teilgenommen und geben damit ein umfassendes Stimmungsbild der Branche wieder. 2020 war in jeder Hinsicht ein großer Einschnitt:

  • zwischen April und August 2020 hatten mehr als 50 Prozent der Unternehmen keinerlei geschäftliche Aktivität zu verzeichnen
  • ab September 2020 je nach Region eine reduzierte Aufnahme
  • global hat die Branche im Krisenjahr 2020 nur 28 Prozent des Vorjahresumsatzes erwirtschaftet
  • über die Hälfte der Unternehmen verzeichnet einen Jahresverlust in der Bilanz
  • mehr als 50 Prozent der Unternehmen mussten ihr Personal reduzieren
  • 10 Prozent der Unternehmen befürchten eine Insolvenz, wenn in den nächsten sechs Monaten kein Geschäft möglich sein wird
  • für 2021 gibt es eine leicht optimistische Erwartung einer Erholung
  • Bedingungen für eine Erholung: Bereitschaft der Aussteller und Besucher, wieder Messen zu besuchen; Aufhebung der Reiserestriktionen sowie lokaler Verbote und Einschränkungen

Die Messewirtschaft erlebt derzeit stürmische Zeiten. Optimismus – das zeigen die vorgestellten Zahlen, – ist berechtigt. Messen sind wichtige Marktplätze für die Unternehmen und werden ein Comeback erleben. Digitale Elemente nehmen an Bedeutung zu, werden physische Veranstaltungen aber nicht ersetzen. Das grundlegende menschliche Bedürfnis nach realen, persönlichen Begegnungen ist essentiell für den Geschäftserfolg.

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