Digital Signage an Schulen und Universitäten

Die Stadt Köln hat Großes mit ihren Schulen vor: In den nächsten vier Jahren sollen in 2000 Klassenzimmern interaktive Touchdisplays installiert werden. Mit dieser 18-Millionen-Euro-Investition sollen nicht nur die ausgedienten Kreidetafeln ersetzt, sondern ein zeitgemäßes Medium für einen digitalisierten Unterricht geschaffen werden. Neben der Funktion als Präsentationsfläche für den Lehrer können die Schüler auch selber an ihren Endgeräten Inhalte erstellen und auf die Displays projizieren. Doch mit Digital Signage und anderen digitalen Medien ist noch viel mehr möglich.

In Bayern wird der Unterricht bereits wie hier in einer Grundschule sinvoll durch interaktive Touchdisplays ergänzt. (Foto: Armin Weigel/dpa)

Estland zeigt den richtigen Weg

Diese Investition ist ein Schritt in die richtige Richtung, im europäischen Vergleich hinkt Deutschland jedoch bei der Digitalisierung des Klassenzimmers noch sehr hinterher. Estland hat uns in Sachen Bildung beispielsweise längst abgehängt. Seit 1999 sind alle estnischen Schulen ans Internet angeschlossen, ab 2020 soll es alle Schulbücher auch in einer digitalen Fassung geben. Klassenräume sind standardmäßig mit einem Beamer und Lautsprechern ausgestattet, in einigen gibt es auch wie demnächst in Köln Smartboards. Für Wahlfächer wie Programmieren und Robotik werden von der Schule jeweils zwei Klassensätze Tablets und Laptops gestellt.
Statt den Kindern in den Pausen die Nutzung des Smartphones zu verbieten und es ihnen bei Verstößen abzunehmen, werden in Estland damit die Fragen des Mathematiktests abgerufen und Aufladestationen mit frei zugänglichem WLAN angeboten. Dabei geht es nicht darum, alles zwingend zu digitalisieren, sondern die bereits vorhandenen digitalen Strukturen sinnvoll in den Schulbetrieb zu integrieren. Da die Schüler ohnehin den ganzen Tag mit ihrem Smartsphone interagieren, kann dies genauso gut sinnvoll mit Lerninhalten in der Schule geschehen. Und auch die Lehrer berichten von einer Arbeitserleichterung durch ditgitalisierte Lerninhalte und Pilotprojekte, wie zum Beispiel dem digitalen Klassenbuch eKool.

Digital Signage an Schulen und Universitäten

Bergisch Universität Wuppertal: Beispiel für die Digitalisierung des Bildungswesens mit Digital Signage. (Foto: dimedis)

Jedes Jahr gibt Estland fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung aus, hierzulande sind es mit 4,3 Prozent nicht viel weniger. Bis Deutschland jedoch an diesem Punkt der Digitalisierung angekommen ist, wird noch einige Zeit vergehen. Doch auch jetzt schon gibt es Möglichkeiten einer sinnvollen Digitalisierung des Bildungswesens, ohne direkt den ganzen Betrieb in deutschen Schulen und Universitäten reformieren zu müssen. Beispiel dafür ist der Einsatz von Digital Signage. An der Bergischen Universität kommen Digital Signage-Screens in ihrer einfachsten Form als Informationsmedium zum Einsatz. Hier können sich Studierende auf einen Blick aktuelle Nachrichten, Wetter- und Abfahrtspläne aber auch universitätsinterne Informationen zu Veranstaltungen abholen. Auch für Schulen ist dieses Konzept problemlos übertragbar, Informationen wie Vertretungspläne oder das Kantinenmenü sind tagesaktuell mit wenigen Klicks eingerichtet. Das alte schwarze Brett wäre damit überholt.
Auch in Notsituationen wie einem Feueralarm bietet Digital Signage für Bildungsstätten effiziente Möglichkeiten einen reibungslosen Ablauf einer Evakuierung zu gewährleisten: durch einfaches Scannen eines QR-Codes würden im einen Notfall an allen angeschlossenen Screens die korrekten Vorgehensweisen und Sammelstellen angezeigt, die im Zweifelsfall Leben retten können.

Aber auch für ganz triviale Dinge wie das Raummanagement in einer Schule oder Universität bietet Digital Signage vielfältige Möglichkeiten. Mit entsprechend kleineren Screens oder speziellen Door Signage-Schildern ist auf einen Blick ersichtlich, wer diesen Raum nutzt und wie lange. Ist ein Raum gerade verfügbar, kann dieser durch Scannen eines entsprechenden Codes durch das Personal geblockt werden. So wird die Nutzung nicht nur an der Türbeschilderung angezeigt, sondern beispielsweise auch den Mitarbeitern an einer zentralen Stelle wie dem Sekretariat gemeldet.

Digitale Türbeschilderungen können das Raummanagement von Bildungsstätten erheblich erleichtern. (Foto: dimedis)

Gerade für große Schulen oder Universitäten bieten sich digitale Wegeleitungssysteme an, um an einem großen Campus den Überblick zu behalten. Mit dem entsprechenden Kartenmaterial lässt sich so mit wenigen Klicks feststellen, wo die nächste Vorlesung stattfindet oder wo sich das Sekretariat befindet.

Fazit

Die Digitalisierung der Bildungsstätten und die flächendeckende Verwendung von Digital Signage in Deutschland hat noch einen weiten Weg vor sich. Es gibt an vielen Schulen zwar hochmotivierten Lehrkräfte, die keine Scheu vor neuen Medien haben, oder Pilotschulen, die ganzheitliche Lehrmodelle entwickeln und umsetzen. Aber bei einer fehlenden Infrastruktur, ohne ein einheitliches Bildungskonzept sowie der korrekten Fortbildung der Lehrer bleiben dies nur Leuchtturmprojekte. Digital Signage-Lösungen wie kompas bieten heute schon die entsprechenden Features und Schnittstellen, um eine digitalisierte Schule bereits morgen umsetzen zu können.

Das zeigt auch das geplante Projekt mit den Smartboards an Kölner Schulen. Vor der finalen Abstimmung zur Bewilligung im Finanzausschuss und im Stadtrat wollte die Verwaltung noch sicherstellen, dass die neuen Geräte in den Schulen nicht nur rumstehen oder das Hobby von einzelnen engagierten Lehrern bleiben. „Die Anschaffung ist eine gute Idee. Aber angesichts dieser hohen Summe muss sicher gestellt werden, dass die Geräte auch benutzt werden“.
Die Ideen sind also da, es fehlt nur noch an der korrekten Umsetzung.

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