dimedis in Köln-Kalk – von Traktoren, Schwerindustrie und dem kleinen Strukturwandel in Köln

Mitte der 90er Jahre war Schicht im Schacht – der letzte Produktionstag der Kölner Deutz-Werke im Werk Köln-Kalk. Wie im Ruhrgebiet, waren die Kölner Stadtteile auf der „Schäl Sick“ industriell geprägt und die Heimat von Unternehmen wie der Chemischen Fabrik Kalk (CFK), den Felten & Guillaume Werken in Mülheim und schließlich das Klöckner-Humboldt-Deutz-Gelände in Kalk. Hier in Der Dillenburgerstraße wurden seit Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts die legendären grünen Deutz-Traktoren produziert und in die ganze Welt verschifft. Der grüne Traktor ist einer der Markenzeichen der deutschen Schwerindustrie.

Strukturwandel in Kalk – von Schwerindustrie zu Software

Seit den 70ern zeichnete sich der Wandel von der Industrie- zur Medien- und Handelsmetropole ab. dimedis hat seit 2003 seinen Sitz in den Technikhöfen Kalk, dem ehemaligen Schlepperbau der Klöckner-Humboldt-Deutz-Werke (KHD).
Die in den 1930er Jahren errichteten Gebäude verloren nach der Verlagerung der KHD-Traktorenfabrikation ins bayerische Lauingen 1996 ihre Funktion. Mit Mitteln aus dem „Landesprogramm für Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ wurde das Montagewerk zwischen 1998 und 2001 in eine Komposition aus Gewerbehof und Dienstleistungszentrum umgewandelt. Die starke Durchmischung von Handwerk, Startups aus diversen Bereichen wie Handel, Software und Beratung, sorgten für eine stabile Entwicklung. Der Plan ging auf: in den geheiligten Räumen der industriellen Revolution im Rheinland erwuchs ein neuer Sektor – Strukturwandel im Kleinen gelungen!

Markante Fassade: ehemaliges Gebäude der KHD.

Markante Fassade: ehemaliges Gebäude der KHD, genauer der Schlepperbau, in dem die grünen Traktoren hergestellt worden sind.

Der Bau, in dem dimedis heute sitzt, ist der Schlepperbau, in dem seit 1924 die berühmten Traktoren gebaut wurden. Der Wandel der Hallen zum Ende des Jahrtausends hatte mehrfach Symbolcharakter. Seit der Gründung 1996 hat sich nicht nur das Internet zum weltweiten Medium durchgesetzt, dimedis war von Anfang an ein wichtiger Akteur in der Internetwirtschaft. Über die erste dynamische Webseite des Fernsehsenders RTL, eine innovative Bilddatenbank, Webportale bis hin zur marktführenden Einlass- und Besuchermanagementlösung für Messen und Lösungen rund um Digital Signage und digitale Wegeleitung: bis heute setzt dimedis dabei auf Internettechnologien und Open Source.

Moderne Büros in den ehemaligen KHD-Verwaltungsgebäuden: dimedis im Technikhof Kalk

Moderne Büros in den ehemaligen KHD-Verwaltungsgebäuden: dimedis im Technikhof Kalk

Ein Blick zurück

Mehr über die rheinische Industriekultur der KHD-Hallen ist hier zu lesen!

2 Gedanken zu „dimedis in Köln-Kalk – von Traktoren, Schwerindustrie und dem kleinen Strukturwandel in Köln

  1. Kreische

    In dem Text sind einige ärgerliche sachliche Fehler!
    Beispiel
    1864 wurden dort KEINE „nutzfahrzeuge gebaut, erst 1876 hat Otto seinen Motor zum Laufen gebracht!
    Das Gebäude dienst auch nich als „Verwaltungsgebäude“.

    Geschichtsforum Köln-Kalk

    Antworten
    1. IboMazari Beitragsautor

      Hallo Herr Kreische, Danke für den Kommentar, wir haben das nun korrigiert! Tolle Arbeit, die Sie da leisten, es wäre wichtig, die Industriekultur hier bekannter zu machen. Gerne können Sie Ihre Werkstatt auch bei dimedis im Rahmen eines Vortrags präsentieren, was halten Sie davon? Gerne Kontakt aufnehmen über pr@dimedis.de.

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