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„New Work bei dimedis“ – über ein ungewöhnliches Arbeitsmodell: digitale Nomadin Inga

Über Inga

Inga Fischer ist Online-Redakteurin bei dimedis und für Pflege und Neukonzeption der Portalseiten der Messe Düsseldorf zuständig. Sie kommt ursprünglich aus Russland und hält sich seit drei Jahren in Köln auf. Hin und wieder verlässt sie mit ihrem Mann diese schöne Stadt und widmet sich dem Reisen durch die Welt. Seit drei Monaten probiert dimedis in Kooperation mit Inga ein ungewöhnliches Arbeitsmodell: das der digitalen Nomadin. Hier schreibt Inga im Blog, wie sie diese Zeit erlebt und was ihre Motive waren, sich für diese neue Form des Arbeitens zu entscheiden.

Ingas Welt

Ich komme ursprünglich aus Russland. Nach Deutschland bin ich zum ersten mal vor fünf Jahren gekommen, um Deutsch zu lernen und danach ein Masterstudium zu absolvieren. Mit meinem Master in Medieninformatik bin ich Ende 2017 erfolgreich fertig geworden. Während des Studiums habe ich schon angefangen bei dimedis als Online-Redakteurin zu arbeiten. Als ich mich vor drei Jahren bei dimedis beworben habe, habe ich meinen Lebenslauf im Form einer Weltkarte erstellt. Schon damals war ersichtlich, dass Reisen eine meiner großen Leidenschaften ist.

Während meines Studiums musste ich etwas aufs Reisen verzichten. Allerdings habe ich es trotzdem geschafft, viele neue Länder in Europa zu besuchen und mein eigenes Land entlang der Transsibirischen Eisenbahn bis zum Baikalsee zu erkunden. Die Lust, neue Orte zu entdecken, wurde immer größer, je länger ich an einem Ort (in Köln) gelebt habe.

Während der Arbeit als Online-Redakteurin ist mir oft aufgefallen, dass es keinen großen Unterschied macht, ob ich im Büro saß oder zu Hause. Sobald ich mit dem Internet verbunden war, konnte ich ohne Probleme alle meine Aufgaben erledigen. Digitale Technologien ermöglichen es zur Zeit von überall auf der Welt über das Internet verbunden zu bleiben. Durch immer weitere Entwicklung dieser Technologien entsteht die ständig wachsende Gemeinschaft der digitalen Nomaden, die ihr Einkommen als Freelancer im IT-Bereich verdienen. Muss man allerdings ein Freelancer sein um außerhalb des Büros arbeiten zu können?

Kommunikation ist der Schlüssel

Fernarbeit ist immer noch ein ungewöhnliches Arbeitsmodell in Deutschland. Gibt es dabei überhaupt irgendwelche Vorteile für einen Arbeitgeber? Man kann lange darüber erzählen, wie viel Geld IBM und andere große IT-Konzerne an Bürofläche und -ausstattung sparen können. Für eine kleine Firma wie dimedis ist dies eher irrelevant. Was hat dimedis also von meiner Einstellung als Remote-Online-Redakteurin gewonnen? Ich mache noch immer die gleiche Arbeit. Wie gut das funktioniert hat, werden wir am Ende des Jahres besser beurteilen können. Am wichtigsten ist, dass es in diesem Schema so wenig Nachteile wie Vorteile gibt. Nämlich keine :).

Kommunikation ist der wichtigste Aspekt der Remote-Arbeit. Meine Kollegen sehen mich nicht im Büro. Bin ich dann überhaupt noch da? Arbeite ich? Niemand kann das nachvollziehen, wenn ich es nicht kommuniziere. Unser Redaktionsteam hat noch viel zu lernen und auszuprobieren, um das perfekte Kommunikationsschema zu finden. Der erster Schritt ist aber schon getan: Skype wurde auf dem Tablet installiert; so kann ich auch visuell an unseren Team-Meetings teilnehmen.

Vier Länder in vier Monaten

Ich arbeite 24 Stunden in der Woche, was drei vollen Arbeitstagen entspricht. Wenn ich an einem für mich ungewöhnlichen Ort bin, kann ich an meinen Wochenenden viele interessante Sachen machen: ans Meer fahren, eine neue Stadt erkunden, im Dschungel wandern. Seit zwei Wochen bin ich in Südostasien und werde bis Ende April in vier verschieden Ländern gelebt und gearbeitet haben. Diesen Lebensstil führe ich nicht alleine, sondern zusammen mit meinem Mann. Während ich für dimedis arbeite, beschäftigt er sich mit unserem Reiseblog und Instagram. Es ist uns wichtig unsere Erfahrungen mit unseren Freunden und Bekannten zu teilen.

Das erste Land auf dieser Reise ist Thailand. Nächste Woche ziehen wir nach Ho Chi Minh Stadt (Saigon) weiter, wo wir mit drei Freunden (ein Übersetzer aus Norwegen, ein Programmierer aus Spanien und ein Musiker aus den USA) zusammen eine Wohnung angemietet haben. Für März ist Kuala-Lumpur als Basis geplant. Den April werden wir in Indonesien verbringen.

Ein Lebenstil nicht für jeden

Wenn man im Internet darüber mal wieder einen Artikel liest, wie digitale Nomaden ihren Traum leben und den ganzen Tag am Strand liegen bzw. das ganze Jahr lang die Sonne genießen, werden viele darüber etwas neidisch. Natürlich habe ich hier in Asien mehr von meinem Wochenende. Arbeiten am Strand geht allerdings gar nicht. Selbst im Schatten gibt es so viel Licht, dass ich den Monitor meines Laptops nicht richtig sehen kann. Für meine Arbeit muss ich einen ruhigen und lichtgeschützten Ort finden, der am Ende oft in meiner Wohnung ist, die ich für ein paar Wochen angemietet habe. Manchmal finde ich mein „Büro“ in einem Coworking-Café oder in einem Gemeinschaftsraum eines Hostels. Nicht alles ist so romantisch, wie es auf den Fotos aussieht.

Jeden Monat an einem neuen Ort sein Zuhause zu finden, schafft nicht jeder. Ich habe dieses Lebensstil während meiner Reise in Südamerika ausprobiert. Ich war ein ganzes Jahr, von August 2013 bis August 2014 unterwegs. Am Ende dieses Jahres war ich richtig müde und habe mich nur noch auf Zuhause gefreut. Dieses Mal weiß ich, welche Herausforderungen dieser Lebensstil und eine solche Arbeitsweise mit sich bringen. Ich weiß, dass ich meine Balance nur dann finde, wenn ich eine gewisse Routine entwickle. Ausprobieren und herausfinden, was für mich funktioniert, was mich fordert und was mich hindert, ist der Schlüssel zum Erfolg. Ich bin sehr froh und dankbar, dass dimedis bereit ist, mit mir diesen Weg auszuprobieren.

Autorin: Inga Fischer